Sei es aus resigniertem Selbstzweifel um die Sinnhaftigkeit ihrer Produkte oder zur großflächigeren Etablierung ihres Geschäftsmodells, die Hersteller von digitalen Bilderrahmen unterbieten sich in diesen Tagen wieder einmal gegenseitig mit Dumping-Angeboten. Wo vor kurzem noch Preise unter 100 Euro als erwähnenswert galten, werden mittlerweile Geräte mit kleinen TFT-Displays, USB-Ports und SD/MMC-Card-Reader für deutlich unter 50 EURO verkauft.

Technische Spielerei hin oder her, ab einem bestimmten Punkt muss auch beim kritischen Hobbyfotografen das ökologische Gewissen einsetzen. Digitale Fotorahmen erfüllen keinerlei Zweck, den nicht auch ein aktueller DVD-Player, ein Netbook, PDA, PocketPC, Sony PSP oder gar die ursprünglich verwendete Digitalkamera selbst leisten könnten. Zudem verbrauchen sie auch bei abgeschaltetem Display rund um die Uhr Netzspannung und kosten damit sehr schnell schon deutlich mehr als der vermeintlich niedrige Einstiegspreis.

Schließlich richtet sich diese Geräteklasse primär an eine Altersgruppe ab 40-60 Jahren, die ohnehin mit gedruckten Fotografien sozialisiert ist. Wer also seinen Großeltern oder Eltern eine wirklich dauerhafte und umweltfreundliche Freude mit kostbaren Familienbildern machen will, der wird auch zu diesem Weihnachtsfest der Versuchung der digitalen Bilderrahmen widerstehen und stattdessen zu einem dauerhaften und kunstvollen Fotobuch-Druck greifen, der statt LCD ganz romantisch und altmodisch im Kerzenschein des Adventskranzes beleuchtet werden darf.